Dienstag, 17. Oktober 2017

Filmwelten - The Wailing (Die Besessenen)

Eine Reise in die düsteren Berge Süd-Koreas. 

Na Hong-jin's Film The Wailing – Die Besessenen spielt in einem kleineren Ort. Zwei mäßig talentierte Polizisten, die gewöhnlich nur mit kleineren Fällen zu tun haben, sind völlig überfordert, als Leute anfangen durchzudrehen, ein zombieartiges Verhalten zeigen und ihre Familienmitglieder ermorden. Man bringt die Situation sehr bald mit einem Japaner in Zusammenhang, der nahebei in den Bergen in einem schwer zugänglichen Haus wohnt. Man findet dort seltsame kultige Gegenstände und Photos von Toten, kann den Japaner aber nicht dingfest machen. 

Weitere Morde geschehen, auch die kleine Tochter des einen Polizisten zeigt seltsames Verhalten und Anzeichen von Besessenheit. 

Ein Schamane wird engagiert, um Schlimmeres abzuwenden. Es kommt zu exorzistischen Ritualen mit Tieropfern etc. Auch der Japaner, versteckt in einer Höhle, bemüht Beschwörungen und Rituale. Der Show Down ist blutig. 

Der Film besticht durch überzeugende Schauspieler (Koreaner mit schreckgeweiteten Augen machen sich ganz gut), eigentümliche Dialoge und eine fremdartig-düstere Atmosphäre, wozu mitunter auch die heftigen Gewitter mit strömenden Regen beitragen. Die Schauplätze sind „eine Schlachtplatte“ (wie man sie z.B. aus „Sieben“ kennt), Gewaltexzesse sieht man kaum im Film. 

Einer der besten Horrorfilme Koreas, da er mit seiner verstörenden Atmosphäre einen durchgängig gruseligen Unterton beibehält“, meint asianmovieweb. Ich sah den Film vorgestern in der Filmpalette. 

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Angkor (III)

Aus dem Online-Reise-Tagebuch, 14.01.2004: 

Siem Reap. Seit gestern Abend weiß ich, dass in meinem Zimmer auch eine Maus wohnt. Sie verschleppte gestern mein halbes, auf einem Tischchen liegendes Baguette, bekam es aber nicht durch den Mäusegang. Eine stattliche Kakerlake war auch anwesend. 



>Kakerlake im Zimmer

Ansonsten schlief ich nach der über 17 km langen Tour und dem Bier wie ein Stein und kam heute nur mit Mühe hoch. Diesmal machte ich es mit dem Frühstück anders. Kaufte auf dem Weg nach Angkor Bananen und Wasser und setzte mich dann an den 150 m breiten Wassergraben um Angkor Wat. Dann fuhr ich weiter zum "Phnom Bakheng" genannten 70 m hohen Hügel und bestieg erst einmal diesen. 

 
>Auf dem Phnom Bakheng, Angkor

Man kann vom Hügel aus bis zum Tonle Sap See sehen, aber im Großen und Ganzen fand ich die Aussicht nicht so toll. Abends strömen die Massen hierhin, um den Sonnenuntergang zu bewundern (werde ich nicht tun). 

Ich fuhr dann weiter zum "Bayon", einem zentralen Tempel in Angkor Thom mit zyklopischen Mauern, riesigen Steingesichtern und umgeben von hohen Regenwaldbäumen. Weil die vier Seiten des Tempels ziemlich ähnlich sind, dachte ich erst, mein Fahrrad wäre geklaut worden. Ich mußte einmal um den Tempel rumgehen, um es wiederzufinden. 

 
>Bayon, Angkor Thom

Ich habe das Fahrrad natürlich mit einem Kennzeichen (rote Schleife) versehen, um es unter ähnlichen Typen schnell wiederfinden zu können und schließe es mitunter mit einem eigenen Türschloss zusätzlich ab. Es ist nämlich ganz neu, hat eine 3-Gang-Schaltung und sogar funktionierendes Licht. Manchmal parke ich aber direkt vor einem der Stände, an denen die Mädchen Getränke verkaufen wollen und lasse es so indirekt bewachen. Ich trinke dann dort auch meist eine Kokosnuss - so viel Flüssigkeit wie ich brauche, kann bzw. will ich gar nicht mitschleppen. Die gekühlte Kokosmilch schmeckt außerdem sehr gut. 

Äffchen gab's heute auch wieder zu sehen - am gleichen Platz nahe der Straße, wo sie gerne betteln. 


Ein Trupp berittener Elefanten kam mir auch mal entgegen (12 Tiere). Hier gibt es wohl so einige Touristenattraktionen, etwa den oben erwähnten Hügel auf einem Elefanten zu besteigen (kostet 15 Dollar). 

Ich zog dann weiter zur Tempelanlage "Preah Khan", die auch sehr schön eingebettet inmitten von Wald liegt. 


>Im Preah Khan Tempel, Angkor

Hier gibt es auch wieder Bäume zu sehen, die wie eine Krake kleine Gebäude umklammern oder auf Mauern wachsen, die sie fest umklammert haben. Lt. Reiseführer sind es Kapokbäume oder Würgefeigen. 

Dann fuhr ich allerdings zurück. Den 26 km langen "Grand Circuit" wollte ich mir nicht zumuten. Heute war es sehr sonnig. Obwohl eine nette Brise wehte und Teile der Fahrstrecke unter Bäumen verläuft, war es mir zu warm (aber nicht wirklich heiss: "nur" 30 Grad). Wenn man morgens bei vielleicht 25-26 Grad in einem Rutsch zum "Preah Khan" durchfährt, müßte es aber wohl klappen mit dem Grand Circuit. 

Als Nachteil der Fahrradtouren ist anzuführen, dass man den Sonnenuntergang nicht mitbekommt oder eben im Dunkeln zurückfahren muss. Das wäre sicher nicht toll, denn so gering ist der Verkehr (Mopeds, Taxis, Fahrräder, Tuk Tuks, Busse) zu dieser Zeit nicht und die Straße ist auch nicht sonderlich breit, der Seitenstreifen manchmal problematisch.

Vor Angkor Wat leistete ich mir noch einen gegrillten Maiskolben. Zurück in der Unterkunft, war es natürlich wieder toll zu duschen. Die heute morgen abgegebene Wäsche war auch schon fertig (kostete knapp 2 Dollar). Naja, die Hose hatte die Tour ja nicht überstanden, aber den Riss kann man bei Gelegenheit vielleicht flicken lassen. Meine alten Sandalen sind auch dabei, endgültig den Geist aufzugeben. Aber in Angkor läuft man sowieso besser mit Stiefeln rum. Heute Abend aß ich billig nur gebratene Nudeln mit Gemüse und trank erst mal nur eine Dose Bier, bevor ich dieses Internetcafé betrat. 

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Mittwoch, 11. Oktober 2017

Angkor (II)

Aus dem Online-Reise-Tagebuch, 13.01.2004:

Heute scheint mit meinen Einträgen so Einiges daneben zu gehen. Ich bin einfach zu fertig! Ich muss zunächst trotzdem mit Teil II weitermachen: 

Der nächste Tempel, den ich mit dem Fahrrad ansteuerte, hieß "Ta Keo". Man klettert die steilen Treppen hoch, blickt auf Regenwald: 


Und dann muss man wieder runter, und zwar diesmal ohne Geländer oder andere Hilfen. Ein paar Sorgen hatte ich mir schon gemacht, denn bei rd. 30 Grad reduzieren partielle Erschöpfungszustände die Trittsicherheit. 

Zuletzt war ich am "Ta Prohm"-Tempelkomplex. Dieser ist ziemlich bekannt, weil hier Urwaldriesen mit ihren Wurzeln Mauern und Gebäude umklammern, so dass die Bäume praktisch auf dem Mauerwerk wachsen. 


Hier wurden schon Spielfilme gedreht. Echt beeindruckend! 

Die Kraft der Baumwurzeln ist allerdings auch mit der Grund dafür, dass diese und andere Tempelanlagen erheblich zerstört sind. Denn wenn die Bäume umstürzen, reißen sie das gesamte Gebäude mit. 





>Im Ta Prohm Tempel

Viele Vögel waren in Ta Prohm zu hören – das lag aber auch an der Uhrzeit (17:00), zu der langsam der Dschungel erwacht. Danach mußte ich ungefähr die 10-11 km nach Siem Reap am Stück zurück fahren und kam mit anbrechender Dunkelheit dort an. Längs des Wegs schrien die Zikaden in den Bäumen, manche laut wie Sirenen. 

Klar, dass ich - kaum zurück - erst mal duschen musste und sämtliche Kleidungsstücke demnächst zum Waschen abgeben werde. 

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