Dienstag, 27. März 2018

Eifel-Wanderung Arloff – Weiler am Berge - Satzvey

Am letzten Samstag bei frühlingshaftem Wetter mit viel Sonne war ich lange unterwegs, um die unerwartet ca. 21 km lange Strecke zwischen den Bahnstationen Arloff und Satzvey zu schaffen. Unerwartet deshalb, da ich bei Kommern gleich zwei mal von der Route abkam und einen ca. 2 km langen Umweg laufen musste. 

Ab Arloff ging ich zunächst Richtung Iversheim oberhalb des Erfttales lang. Die Erft hat hier die devonischen Kalksteinschichten angeschnitten, die einen zunehmend steileren Erfthang bilden. Schon die Römer haben hier Kalk abgebaut. 


>Links hinter den Gebüschen geht es steil runter zur Erft<

Oberhalb, das sind schöne Wege entlang kalksteinreicher steiniger Äcker mit Strauchinseln und Lesesteinhaufen. 


 >Landschaft westlich von Iversheim<



>Oft gibt es gute Sichtbeziehungen zu der dominanten Kirche des Eifel-Dorfes Eschweiler<

Weiter ging es zum Wachendorfer Berg und Kuttenberg, vorbei am Röttgerberg zum Herkelstein. Der Weg steigt vom Bahnhof in Arloff auf ca. 230 m NN langsam, aber stetig an bis zum 435 m hohen Herkelstein. 

Am Wachendorfer Berg und Kuttenberg gibt es in Kammlage ausgedehnte Halbtrockenrasen-Flächen mit vereinzelten Kiefern und dornigen Gebüschen. 


 >Am Kuttenberg<
 

Wahrscheinlich gibt es hier auch Orchideen, wenn man zur richtigen Zeit dort ist. Ich sah eine Schafherde, die hier auf den Halbtrockenrasen in ökologischer Funktion eingesetzt werden:


Vom mit Fichten bewachsenen Herkelstein ging ich runter durch das Dorf Weiler am Berge und folgte dem Krebsbachtal nach Breitenbenden. Der Bach mündet hier in den Veybach, dem ich folgte. Man kommt zur Feyermühle und etwa 800 m weiter nördlich zu einem weiteren Mühlengebäude. Es gibt hier viele Teiche und reliktische Gräben mit gemauerten Brückchen im Wald, aber die Teiche selbst sind nicht zugänglich, obgleich man dort wahrscheinlich angeln darf. 


>Feyermühle mit alten Silo-Ruinen<

Nahebei ist Burgfey. Es gibt hier wenig spektakuläre Reste einer Burgruine, das sehenswertere Fachwerk-Burghaus, größere unzugängliche Teichanlagen und eine ca. 700 Jahre alte Eiche mit 5,5 m Stammumfang. 


 >Blick auf die alte Eiche, Burgfey. Man hat gerade vor kurzem Geäst aus dem Baum gesägt, deshalb sieht er etwas skeletthaft-tot aus.<



>Landschaft nahe Burgfey<

In Burgfey gab es im 19. Jahrhundert am Bach ausgedehnte Bergbau-Anlagen wie Bleischmelzen, Pochwerke und Ähnliches. Es gibt davon nichts bzw. nicht mehr viel zu sehen (vielleicht Grundmauern im Wald?). Näheres könnt ihr dem Artikel Burgfey - ein untergegangener Gewerbestandort entnehmen. 

Meine ungewollten Umwege in Kommern-Süd haben mit dem Hochwild-Park zu tun, dessen eingezäuntes Terrain umgangen werden musste. Danach ging ich am Standortübungsplatz Schavener Heide vorbei nach Satzvey. Es war schon nach 17 Uhr, gastronomisch wirkte der Ort ziemlich tot. Auf die Bahn musste ich lange warten. 


>Dachgaube, Kirche in Satzvey<

Abends zu später Stunde nach 23 Uhr war ich noch mit meinem Freund aus längst vergangenen Studienzeiten Biertrinken in der Braustelle. Das waren meine ersten Biere seit Anfang Januar (!). 

Point gesetzt bei stories-and-places.com

Kommentare:

  1. Für mich die Idylle pur.
    Diese sanften Hügel, diese Unbebautheit der Landschaft, genieße ich jedes Mal wenn ich in Baden Württemberg (Aidlingen/Lehenweiler/Naturschutzgebiet/Venusberg) zu Besuch bin. Dort denke ich,
    dass ich richtig Atmen kann.

    Ja, ich hör schon auf zu quasseln...... es ist einfach so.
    LG Elisabetta

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    1. Quasseln ist hier grundsätzlich erwünscht, solange keine fremdenfeindlichen Parolen oder grobe Beleidigungen verbreitet werden. Aber dafür gibt es ja die "Moderation", mit der ich die Veröffentlichung unterbinden kann.

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  2. Danke für die zuverlässigen allwöchentlichen Wanderberichte...es ist ein Genuß, geistig mitzugehen und die Gegend mit den Augen des Erzählers zu sehen.

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    1. Danke. Warum füttern Sie Ihren Blog nicht mehr, wenn ich fragen darf?

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