Dienstag, 3. April 2018

ASIA-Film im Kino: Vor dem Frühling

George Ovashvili's Film „Die Maisinsel“ begeisterte mich in 2015, nachdem ich in 2014 in Georgien Urlaub machte und durch dieses interessante Land fuhr. 

Sein Film „Vor dem Frühling“ handelt von den letzten Tagen des umstrittenen, ersten Präsidenten Georgiens, der sich 1991/92 für nur gut ein halbes Jahr im Amt halten konnte. 1993 kehrte er nach Georgien zurück und irrte mit ungefähr einem Dutzend bewaffneten Anhängern durch den Kaukasus, um Verbündete für seinen Kampf zu suchen, wird aber bald auch von Regierungstruppen verfolgt. 

Der Film zeigt, wie diese Truppe durch die Gegend irrt, mal per LKW, oft aber zu Fuß durch Wald, über Flüsse und durch Schnee, oftmals auch nachts bei Mondschein und Wolfsgeheul. Unterwegs finden sie in abgelegenen Dörfern und Gehöften Unterschlupf, werden dabei auch häufig gastfreundlich empfangen. 

Die Stärke des Films liegt darin, georgisches Kaukasus-Ambiente zu zeigen, schlammige Straßen, oft uralt wirkende Gehöfte, die aber innen mit Holzofen, vielen Decken etc. heimelig wirken, manchmal Lost Places. Manchmal wird auch gesungen und Schnaps getrunken. 

Insgesamt ein atmosphärisch ansprechender Film. „Als offene, poetische Reflexion über das Ende der Macht und die Reaktion des Entmachteten ist er ein sehr anregender Film“, meint epd-film

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