Donnerstag, 10. Mai 2018

Bücherwelten: Margaret Atwood „Die Geschichte von Zeb“

Eine Reise in die nahe Zukunft. 

Die Kanadierin Margaret Atwood erhielt in 2017 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der bereits zum 68. Mal vergeben wurde. Normalerweise kann ich nicht beurteilen, ob die Preisträger den Preis verdient haben, da ich von kaum einer AutorIn, die diesen Preis erhielt, je auch nur ein Buch gelesen oder etwas gehört habe. 

Margaret Atwood ist für mich jedenfalls die bekannteste Person bei diesen PreiträgerInnen. Ihren „Report der Magd“ las ich schon 1989. Verfilmt 1990 unter der Regie von Volker Schlöndorff und dem Titel „Die Geschichte der Dienerin“, sah ich das Werk schon damals dann im Kino. 

Ich weiss, weshalb mir ihre Bücher gefallen. Es ist der häufig wehmütig-nostalgische Stil und eine „gewisse politische Nähe zu ihren Ideen“, die mich reizen. 

„Die Geschichte von Zeb“ (orig.: MaddAddam, 2013) ist der letzte Teil einer Trilogie, zu denen noch die Bücher  „Oryx und Crake“ (2003) sowie „Das Jahr der Flut“ (2009) gehören. Während unsere Zivilisation seit mindestens 100 Jahren unaufhaltsam in riesigen Schritten dem Untergang zustrebt (das ist zunächst nur meine persönliche, allerdings feststehende Meinung), ist die Zivilisation in Atwood's Trilogie bereits untergegangen und einzelne ProtagonistInnen erzählen rückblickend, wie sie lebten und wie es dazu kam. Die letzte Person, die erzählt, kommt schon von einer neuen, gentechnisch erzeugten menschenähnlichen Rasse, wenig intelligent, aber friedliebend. 

Diese Bücher sind stilistisch und inhaltlich ganz anders als andere Untergangsszenarien, obwohl der Kampf ums Überleben auch hier eine bedeutende Rolle spielt. Auffallend ist aber der extrem soziale, pazifistische und öko-sektennahe Touch, gemischt mit Cyberpunk, der Atwood's Trilogie durchzieht. 

Ziemlich durchgeknallt, aber mit feinem Witz“, urteilte die Zeitschrift „Brigitte“ lt. Buchdeckel. Das stimmt, insbesondere, wenn man so die Dialoge zwischen den letzten Menschen und ihren auf Kleinkind-Niveau intelligenten, genmanipulierten Nachfolgern betrachtet. Eine treffliche Rezension gab es auch in der Frankfurter Rundschau

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